Der "Streit am Gartenzaun" ...

... ist real, aber auch ein Synonym für den Unfrieden zwischen Nachbarn.
Häufig kommt es vor, dass sich gerade in "bürgerlichem" Wohnumfeld (Reihenhaussiedlung, Einfamilienhäuser, etc.) Streits über Jahre hinweg entwickeln.

Eskalation eines Konflikts

Dabei ist es gar nicht so selten, dass sich die zerstrittenen Nachbarn zu Beginn ihrer Nachbarschaft ganz gut verstanden. Da gab es die gute nachbarschaftliche Hilfe, man tauschte Werkzeug und half auch sonst mal aus, wenn gerade was zu tun war. Da gab es hin und wieder das gemeinsame Grillen, die Kinder spielten miteinander und es gab den Plausch übern Zaun hinweg.

In der Rückschau vermag häufig keine der Konfliktparteien mehr zu sagen, wann es denn anfing mit dem Streit.
Fragt man die Konfliktparteien, von wem der Konflikt ausging, dann ist es immer der jeweils andere gewesen. Man selbst hat dann nur noch reagiert.

Die eine Partei erinnert ein misslungenes Grillfest, die andere einen handgreiflichen Streit der Kinder und so weiter.

Vorkommnisse, die, als sie geschahen nicht wirklich als Streit oder Zerwürfnis empfunden wurden.

Aber mit der Zeit zogen sich die Nachbarn von einander zurück. Einladungen passten zeitlich nicht mehr, man hatte keine Zeit mehr bei irgendwas zu helfen, die Feier des Nachbarn wurde als zu laut empfunden, der Plausch am Gartenzaun schlief ein ...

Langsam schlich sich das Gefühl ein, die anderen wollen nichts mehr mit einem zu tun haben, also verhält man sich so, dass man auch mit ihnen nichts mehr zu tun haben will.

Hat man früher noch gesagt: "War aber ganz schön laut gestern bei euch." Und der Nachbar antwortete: "Ja, aber ich hoffe, ihr konntet trotzdem schlafen."
Heißt es jetzt: "Könnt ihr leiser sein, wir können nicht schlafen." Und die Antwort lautet: "Hab' dich nicht so, bei euch war's letzte Woche auch sehr lange sehr laut."

Beim nächsten Zusammenstoß heißt es dann vielleicht: "Musst du gerade jetzt den Rasen mähen, wo wir auf der Terrasse sitzen wollen?" Und der Nachbar sagt: " Ich kann meinen Rasen mähen wann ich will, da brauch' ich keine Erlaubnis von dir."

Mit der Zeit ist das Verhältnis so "abgekühlt" und so zerrüttet, dass ein "normales" Gespräch kaum noch möglich ist.

Bei jeder Äußerung der einen Konfliktpartei, fühlt sich die andere angegriffen und glaubt, sich verteidigen zu müssen.
Diese Verteidigungshaltung provoziert den anderen wiederum zu immer schärferen Formulierungen, um die Verteidigungshaltung zu durchbrechen, was wiederum zum Ausbau der Verteidigung führt ... et vice versa.

Ist diese Angriffs-Verteidigungs-Spirale erst einmal in Gang gesetzt, dreht sie sich fast von alleine und die Situation spitzt sich zu.

Ganz am Anfang der Spirale hilft nur ein beherztes Anhalten, und Innehalten für sich selbst, nachdenken über die eigene Haltung und über die eigenen Gefühle, die hochkommen, wenn man an den Nachbarn denkt bzw. ihn sieht oder trifft. Bei dieser Selbstreflexion könnten dann Verhaltensweisen erkannt werden, die man bei sich selbst nicht so gut findet und es gäbe die Möglichkeit, das eigenen Verhalten zu ändern.
Diese Selbstreflexion ist jedoch selten.

Viel häufiger wird über den anderen nachgegrübelt. Dessen Verhalten wird analysiert, interpretiert und begutachtet. Und er kommt selten gut weg. Auf der Basis solcher Überlegungen, wird dann versucht, dem nächsten "Schachzug" des anderen zuvor zukommen. "Man hat ihn längst durchschaut" und ihn als "Schuldigen" ausgemacht.
Bloß er weiß es noch nicht und nun geht es darum, ihm das klar zu machen.
Die nächste Eskalationsstufe ist erreicht.

Dabei geht es bei Konflikten grundsätzlich nicht um Schuld oder Nichtsschuld sondern um den jeweils eigenen Anteil am Konflikt.
Jetzt wäre ein geeigneter Zeitpunkt, einen Mediator hinzuzuziehen. Der Konflikt ist noch nicht sehr "heiß" und kann von den Konfliktparteien noch relativ gut und schnell gelöst werden.


Und die Spirale dreht sich weiter.

Jetzt werden andere Nachbarn "informiert", die muss man ja schließlich warnen vor dem "bösen" Nachbarn. Es werden "Mitstreiter" gesucht und gefunden - auf beiden Seiten.
Jetzt beginnt das Unwohlsein größere Dimensionen anzunehmen. Wer steht auf meiner Seite? Wer ist gegen mich? Misstrauisch werden die Zusammenkünfte verschiedener Nachbarn beobachtet: Hat Nachbar X nicht gerade mit dem Konfliktpartner gelacht? Haben die etwa über mich gelacht?
Und so weiter, und so weiter ...
Jetzt geht es darum, den jeweiligen Konfliktpartner sozial auszugrenzen.
Die nächste Eskalationsstufe ist erreicht.

Ab jetzt behaupten beide Konfliktparteien voneinander, dass "man mit denen ja nicht reden kann".
Und da man miteinander nicht reden kann, muss man übereinander reden und vor allem müssen jetzt Fakten geschaffen werden.
Sichtblenden werden angebracht; Laub oder andere Gartenabfälle werden über den Zaun gekippt; Rasen wird dann gemäht, wenn es den anderen am meisten zu stören scheint; der Grill wird nahe am Zaun aufgestellt, damit der Rauch auf das andere Grundstück zieht; bei Feiern wird das Lachen etwas lauter, damit die hören, wie gut man sich amüsiert; im Supermarkt grüßt man sich nicht mehr und ist in der Nachbarschaft irgendwas vorgefallen, war's bestimmt der ....
Die nächste Eskalationsstufe ist erreicht.

Jetzt ist der Konflikt so "heiß", dass er von den Konfliktparteien alleine nicht mehr geklärt werden kann.
Jetzt muss zwingend ein Dritter hinzugezogen werden, der eine Gesprächssituation schaffen kann, die beiden Konfliktparteien die Möglichkeit gibt ihre Sicht darzulegen und die ihnen Schutz bietet. Ein mediator ist mehr als unparteiisch, er ist "allparteilich". D. h. er ist für beide Konfliktparteien gleichermaßen da.


In der Folge werden die Schläge und Gegenschläge immer drakonischer und die Auseinandersetzungen werden immer lauter und heftiger. Klagen und Gerichtsprozesse sind jetzt ein probates Mittel. Es geht jetzt nur noch darum den anderen zu vernichten - auch um den Preis des eigenen Untergangs.
Die letzte Eskalationsstufe ist erreicht.

Wird zu diesem Zeitpunkt ein Mediator hinzugezogen, wird es ein langwieriger und schwieriger Prozess.

Beide Konfliktparteien können den jeweils anderen nur noch als "Feind", dem alles nachbarschaftliche und menschliche abhanden gekommen ist, wahrnehmen. Häufig empfinden die Konfliktparteien auf dieser Eskalationsstufe auch körperliches Unbehagen bis hin zu Schmerzen, wenn sie an den Konfliktpartner denken oder ihn sehen. Sich mit ihm in einem Raum aufzuhalten ist eine große Anstrengung.

Gelingt es den Parteien jedoch, diesen Schritt zu machen, dann ist
der wichtigste Schritt hin zu einer Konfliktlösung getan.

Der Mediator wird nun, den Konflikt deeskalieren, die Dramatik heraus zunehmen und so den Konfliktparteien helfen, wieder einen klaren Blick auf den jeweils anderen zu bekommen. Wenn sich die Konfliktparteien wieder als "Menschen" begegnen können, kann der Konflikt bearbeitet und gelöst werden.

Mediatives Coaching und mediative Führung ...

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Informationen über Mediation ...

... erhalten Sie beim nächsten kostenlosen Info-Abend Mediation am Dienstag, dem 07.09.2010.
Wenn Sie in einem aktuellen Konflikt stecken und keine Lösung in Sicht ist, kann Mediation Sie bei der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung unterstützen.

Wenn Sie ersteinmal genauer wissen wollen, wie eine Mediation abläuft und ob das für Sie richtig ist, dann besuchen Sie doch den
Info-Abend Mediation dort kann ich Ihre Fragen beantworten.

Bitte melden Sie sich per E-Mail info(at)hartmanncoaching(dot)de an.

Ich freue mich, Sie beim "Info-Abend Mediation" begrüßen zu können.

Konflikte lösen, statt sie auszusitzen ...

... das ist das Anliegen der Materialien, die die Hans-Böckler-Stiftung auf ihrer Website bereitstellt.

Konflikte, soviel ist klar, lassen sich eben nicht aussitzen. Sie haben die unangenehme Eigenschaft zu wachsen (zu eskalieren) und eine Eigendynamik zu entwickeln, die dazu führt, dass Konflikte nur noch um ihrer selbst willen ausgetragen werden und der Ausgangspunkt nicht mehr wahrgenommen wird.

Am Ende (auf der höchsten Eskalationsstufe) steht dann die "Vernichtung" des Gegners um jeden Preis, auch um den der "Selbstvernichtung".

Mobbing ist der Weg, der dabei gegangen wird.

Hier setzt die Hans-Böckler-Stiftung mit ihren Materialien an. Sie bietet mehrerer Materialien zum Thema, zum Download, an:

- Konfliktmanagement im Betrieb als Zukunftsaufgabe für die Interessenvertretung und Personalleitung
- Handlungshilfe: Erste Arbeitsschritte auf dem Weg zu einem Konfliktmanagement
- Checkliste: "45 Handlungen - was Mobber tun"
- Checkliste: Konfliktanalyse

Zeigt anhand von Praxisbeispielen was machbar ist:

- Sensibilisierung der Betriebsöffentlichkeit für das Thema "Mobbing und Konflikte"
- Konfliktmanagement in einer großen Non-Profit-Organisation

Und bietet eine Literatur- und eine Linkliste zum Thema an.

Die Materialien bieten eine gute Einstiegshilfe in das Thema und zeigen auf, was getan werden kann bzw. muss.

Der Weg allerdings von der Problemerkennung bis hin zu einem funktionierenden Konfliktmanagementsystem ist lang und nicht ganz einfach.

Denn auch hier gilt der Satz oder besser die Killerphrase:
"... haben wir bei uns nicht."

Häufig wird in Unternehmen das Vorhandensein von Konflikten ignoriert oder geleugnet, aus Angst, dass da was nach außen dringt, das das Image verschlechtert oder einfach, weil man nicht wahrhaben will, dass in der eigenen Umgebung, für die man auch noch verantwortlich ist, so etwas wie Mobbing passieren kann.
Vielfach aber auch sind es gerade Führungskräfte, die Mitarbeiter mobben. In diesen Fällen, wird sich kaum ein Mitarbeiter finden, der dagegen opponiert.

Aber selbst wenn in einem Unternehmen ein offener und kollegialer Führungsstil gepflogen wird, sind Konflikte unvermeidbar, da sie zum menschlichen Miteinander gehören.
Dies zu erkennen, ist bereits der erste Schritt hin zu einem institutionalisierten Konfliktmanagement.
Denn bereits die Erarbeitung macht das Thema in der Betriebsöffentlichkeit bekannter, die Mitarbeiter werden sensibilisiert und die Unternehmensführung zeigt damit, dass ihr das Wohlergehen der Mitarbeiter wichtig ist.

Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zu lösen, hat aber auch eine ganz pragmatische, wirtschaftliche Seite:
Konflikte erzeugen Reibungsverluste, behindern die Geschäftsprozesse, verschlechtern das Betriebsklima, wirken sich auf die Qualität aus und verursachen Kosten.

Deshalb ist es wichtig, dass sich Unternehmen mit einem Konfliktmanagement auseinandersetzen, auch wenn gilt:
"... haben wir bei uns nicht!"


Die Materialien der Hans-Böckler-Stiftung können Sie
hier kostenlos herunterladen.

Unterstützung bei der Gestaltung und Implementierung eines Konfliktmanagementsystems, bei der Qualifizierung betrieblicher Konflktberater, ein Mediation oder einfach ein Beratungsgespräch bietet Ihnen hartmanncaoching.de
rufen Sie mich an oder schicken Sie mir eine E-Mail ich freue mich auf Sie.

Wenn Sie aktuellen Bedarf haben, stehe ich Ihnen auch via advzr zur Online-Beratung zur Verfügung.